Ludgerusschule Rhede (Ems)

 

 

 

 

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Die schriftliche Bewerbung

 

Die schriftliche Bewerbung ist in den meisten Fällen das erste Mal, dass euer potenzieller Arbeitgeber euch kennen lernt. Denkt daran: Der erste Eindruck ist entscheidend. Entweder eure Unterlagen überzeugen oder ihr seid bereits in dieser Runde aus dem Rennen. Wollt ihr euer Ziel - die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch - erreichen, solltet ihr also viel Sorgfalt auf eure schriftliche Bewerbung verwenden. Überzeugt sowohl formal als auch inhaltlich.

Vollständige Unterlagen

  1. Das Deckblatt
  2. Das Bewerbungsschreiben
  3. Der Lebenslauf
  4. Das Foto
  5. Zeugniskopien
  6. Bescheinigungen/Zertifikate (z.B. Qualifikationen, Weiterbildung)

Anschreiben
Das Anschreiben folgt einer einfachen Gliederung. Dem obligatorischen Briefkopf folgt die Betreffzeile mit der Stellenbezeichnung und der Quelle. Im Adressfeld und in der Anrede solltet ihr den Adressaten namentlich ansprechen. Vorteilhaft ist ein vorheriger telefonischer Kontakt. In diesem Fall bezieht ihr euch in der ersten Zeile auf das Gespräch. Anschließend schildert ihr in ein bis zwei Sätzen, weshalb ihr euch auf diese Stelle bewerben wollt. Nun bringt ihr die Belege für eure fachlichen und persönlichen Fähigkeiten an. Den Brief beendet ihr mit der Erklärung, dass ihr euch über ein persönliches Gespräch freuen würdet. Das Anschreiben sollte möglichst eine Seite nicht überschreiten.

"Hiermit bewerbe ich mich ...". Mindestens jede zweite Bewerbung beginnt mit diesem Satz. Eure hoffentlich nicht! Lasst euch unbedingt einen besseren Einstieg einfallen, z.B.: "Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige gelesen und möchte mich Ihnen vorstellen als ...", oder "Sie sind ein Unternehmen, das ..., und ich habe .... zu bieten." Ein gelungener Auftakt ist beim Bewerbungsanschreiben das A und O. Hebt euch wohltuend von der Konkurrenz ab und verzichtet auf typische und sehr langweilige Eröffnungen.

 

Nach der Eröffnung geht es darum, knapp und überzeugend dafür zu argumentieren, dass ihr der bzw. die Richtige für die zu besetzende Stelle seid. Auf welche Qualitäten, also Kenntnisse, Fähigkeiten, Eigenschaften (Selbstanalyse), die z.B. den im Anzeigentext genannten Forderungen entsprechen, könnt ihr verweisen. Findet eine plausible Antwort auf die Frage: Warum wollt  gerade ihr in besagtem Unternehmen arbeiten? Und warum sollte der Personaler gerade dich einstellen?

Auch der Schluss der Bewerbung sollte nicht in Plattheiten abgleiten. Schließlich klingt der letzte Satz noch einige Minuten im Gedächtnis nach. Verweist an dieser Stelle ruhig einmal auf ein mögliches Vorstellungsgespräch. Etwa kurz und bündig in dieser Form: "Über die Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich." Oder: "Für alle weiteren Fragen stehe ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch zur Verfügung."

Aber vergesst nicht: In der Kürze liegt die Würze. Der Personalentscheider hat weder Lust noch Zeit, Romane zu lesen. Die Sätze sollten keine Rechtschreib- oder Kommafehler enthalten. Am besten lassen ihr Freunde oder Bekannte Korrektur lesen. Verwendet gutes, nicht liniertes Papier.

 

Lebenslauf
In der Regel erwarten Arbeitgeber den Lebenslauf in maschinen- bzw. PC-geschriebener Form. Nur selten bitten Sie um einen handgeschriebenen Lebenslauf oder überhaupt um eine Handschriftenprobe. Sie erhoffen sich davon, Aufschluss über die Persönlichkeit des Bewerbers zu bekommen. Übrigens: Der Lebenslauf darf ruhig länger als eine Seite sein. Schließlich sollten folgende Punkte auf jeden Fall im Lebenslauf enthalten sein:

  1. Persönliche Daten (Vor- und Zuname, Geburtsdatum und -ort, nicht zwingend, aber durchaus üblich Familienstand, Staatsangehörigkeit)
  2. Schulbildung (besuchte Schulen, Schulabschluss)
  3. Weiterbildung (Fremdsprachen)
  4. Sonderinformationen (z.B. Auslandsaufenthalte)
  5. Besondere Kenntnisse (z.B. EDV etc.)
  6. Hobbys/Interessen (ehrenamtliches, soziales Engagement, Sport, Politik etc.)
  7. Ort, Datum, Unterschrift

Verzichtet nicht darauf, Hobbys und Interessen zu nennen. Besonders in diesem Punkt könnt ihr ein rundes Bild Ihrer Persönlichkeit entwerfen.

Foto
Ein Personalchef, der eure Unterlagen erhält, wird zuerst das Foto "unter die Lupe nehmen". Er wird sich in Sekundenschnelle ein Urteil bilden: Sympathisch oder unsympathisch? Mürrisch oder freundlich? Zugewandt oder verschlossen? Mit diesem Bild im Hinterkopf beginnt der Chef deine Bewerbung durchzulesen. Auch wenn der vom Aussehen abgeleitete erste Eindruck völlig falsch sein kann, verlassen sich doch die meisten Personalchefs auf ihr spontanes Vor-Urteil. Die Macht der Bilder könnt ihr für euch nutzen. Ein guter Fotograf kann jeden ins rechte Licht rücken. Wählen am besten ein Format etwa von 6 x 4 cm (also etwas größer als das normale Passfotoformat).

 

Bei der Farbwahl liegt ihr mit Schwarz-Weiß-Fotos im Trend. Kleidung und - bei Mädchen - Make-up sollten dezent und der angestrebten Position angemessen sein. Die Haare sollten gepflegt sein und auf keinen Fall die Augen verdecken. Ansonsten gilt: Lächelt, was das Zeug hält, macht ein freundliches Gesicht.

 

Die Dritte Seite
Schätzt einmal, wie viel Zeit sich der "durchschnittliche Chef" nimmt, um sich eine Bewerbung anzusehen? Es sind mickrige 30 bis 60 Sekunden. Nur ganz selten nimmt sich ein Personalentscheider 5 bis-10 Minuten für die erste Durchsicht. Bei Hunderten von Bewerbungen, die oft auf ein Stellenangebot eingehen, ist das jedoch kein Wunder. Erst im zweiten Durchgang werden die Unterlagen intensiver studiert, wenn sich die Favoriten (zu denen ihr hoffentlich zählt) bereits herauskristallisiert haben. Und in diesem Moment stößt der Personalchef auf die in deinen Unterlagen mit der verheißungsvollen Überschrift: "Was Sie sonst noch von mir wissen sollten …" oder schlicht "Meine Motivation".

Die sogenannte Dritte Seite kommt für die meisten Personalentscheider noch ziemlich überraschend und zieht Aufmerksamkeit auf sich. Wem es an dieser Stelle gelingt, in wenigen kurzen Sätzen einen überzeugenden Eindruck zu vermitteln, hat äußerst gute Chancen auf ein Vorstellungsgespräch. Inhaltlich darf die auf dieser Seite gewählte "Information" in Zusammenhang stehen mit Aussagen im Anschreiben und Lebenslauf.

Der Vorteil: Eine Dritte Seite" transportiert zusätzlich, richtig konzipiert, die entscheidenden Argumente, warum du als Bewerber unbedingt in die engere Auswahl gehörst. Das Auge bleibt am Ungewöhnlichen hängen und lädt zum Lesen ein. Besonders empfiehlt sich eine Dritte Seite für alle, denen immer noch eine Handschriftenprobe abverlangt wird. Anstatt beispielsweise stumpfsinnig Texte aus Zeitungen abzuschreiben, wird aus der Not eine Tugend. Auch handschriftlich kann die Dritte Seite deinen potenziellen Arbeitgeber von deinen Fähigkeiten und deiner Persönlichkeit überzeugen.

 
Checkliste - Formal richtig bewerben
Dein Anschreiben ist umwerfend, dein Bild lächelt und der Lebenslauf ist perfekt. Das alles nutzt nichts, wenn du formal grob fahrlässig handelst. 80 Prozent% aller Bewerbungen scheitern bereits auf den ersten Blick, weil Rechtschreibfehler, Eselsohren und Tintenflecken auf wenig Sorgfalt und Liebe schließen lassen. Hier auf einen Blick die wichtigsten formalen Punkte, die du unbedingt einhalten solltest:
  • Verwende für Anschreiben und Lebenslauf nur gutes weißes, evtl. auch dezent getöntes Papier.
  • Benutze einen Computer mit möglichst gutem Drucker.
  • Achte auf Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung.
  • Wichtig: gute Platzeinteilung und angemessene Ränder (ca. 4 cm links, 3 cm rechts).
  • Vermeide Flecken, Eselsohren.
  • Verwende für die Anlagen nur gute, unverknickte Fotokopien.
  • Kontrolliere die Reihenfolge deiner Unterlagen:
    - evtl. ein Deckblatt mit Foto
  • - Bewerbungsschreiben
    - Lebenslauf
    - evtl. Dritte Seite
    - Zeugnisse (Kopien)
    - ggf. Zertifikate/Referenzen
    Generell gilt: Je wichtiger die Unterlage, desto weiter vorne abheften.
  • Als Mappe eignen sich Thermoschnell- bzw. Spiralbindungssysteme mit Overheadfolie und Kartondeckel.
  • Deine Bewerbung sollte einfach zu durchblättern und gegebenenfalls zu vervielfältigen sein.
  • Benutzt zum Versand einen ausreichend frankierten Din-A-4-Umschlag mit verstärktem Rücken. Und ab geht die Post